Am Sonntag, den 07. Juni 2026 führte der UNESCO-Welterbetag ca. 150 Besucher in den Burgstallwald bei Gunzenhausen. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Roth-Weißenburg war an drei Stationen entlang des römischen Limes vertreten und zeigte, wie Waldwirtschaft und Denkmalschutz Hand in Hand gehen.
Der Obergermanisch-Raetische Limes ist seit 2005 UNESCO-Welterbe. Ein großer Teil der 550 km langen Grenzanlage verläuft heute durch Wald – so auch im Burgstallwald. Für das AELF Roth-Weißenburg und die Bayerischen Staatsforsten Anlass genug, die oft unsichtbare Arbeit der Forstwirtschaft für den Erhalt des Kulturerbes sichtbar zu machen.
Die Überreste des römischen Limes haben hier ca. 15 Baumgenerationen überdauert und mehr als 70 Menschengenerationen einigermaßen unbeschadet überstanden. Mit Karten, Broschüren und im direkten Gespräch wurde erklärt, warum der Wald der beste Schutz für den Limes ist, aber Wurzelwerk, Windwurf und Holzernte auch Risiken für das 1.800 Jahre alte Bodendenkmal bedeuten können.
Dreimal nahmen die Förster des AELF (Forstdirektor i.R. Jürgen Stemmer) und der Bayerischen Staatsforsten (Betriebsleiter Harald Schiller, Forstbetrieb Allersberg) zusammen mit Dr. Markus Gschwind (Limeskoordinator des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege) interessierte Besucher mit auf einen archäologischen Rundweg. „Wie bewirtschaften wir Wald auf einem Weltkulturerbe?“ lautete die zentrale Frage. Anhand der noch gut sichtbaren Überreste der Grenzanlage (Mauer, Wachtürme, Kleinkastell) wurde erläutert wie eine angepasste Waldpflege und die Wahl sturm- und klimastabiler Baumarten helfen, das Bodendenkmal langfristig vor Windwurf und Erosion zu schützen. Die Pflege des Waldes ist somit aktiver Denkmalschutz.
Außerdem gab es Informationen zum 118 ha großen FFH-Gebiet „Burgstallwald“. Der Wald wird im Westen und Norden eingerahmt von der Stadt Gunzenhausen und ist ein stark frequentiertes Naherholungsgebiet. Hier wachsen überwiegend 100 - 150-jährige Eichenwälder, die mit den dort vorkommenden strengen Tonböden gut zurechtkommen (Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald). Aus Naturschutzsicht bedeutsam ist auch das Vorkommen der Bechsteinfledermaus.
Besonders Familien zog es an die Kinderstation des AELF. Hier wurde der Wald mit den Händen erlebbar. Unter Anleitung von Revierförster Leidel und der Waldpädagogin Frau Gebhardt entstanden unter anderem Pfeifchen aus Holunderruten und Wanderstöcke, Holzmesser und -spieße aus Haselnussstecken. „Wer den Wald versteht, schützt ihn – und damit auch das Kulturerbe, das darin verborgen ist“, so das Fazit der Waldpädagogen.
„Der UNESCO-Welterbetag war eine ideale Gelegenheit zu zeigen: Nachhaltige Forstwirtschaft sichert nicht nur den Rohstoff Holz, sondern auch unsere Geschichte“ resümiert Herr Stemmer, Forstdirektor i. R. am AELF Roth-Weißenburg. Die positive Resonanz zeigt: Das Interesse an Wald und Geschichte ist groß.
Das AELF bedankt sich bei allen Mitstreiterinnen und Mitstreitern, insbesondere bei Frau Hannelore Gebhardt und Herrn Forstdirektor i.R. Jürgen Stemmer, die zum Gelingen an diesem Tag beigetragen haben.