Gute Voraussetzungen
Jetzt auf Ökolandbau umstellen?

Ökolandbau: Kälber

Aktuell stellen wenig konventionelle Betriebe auf ökologische Bewirtschaftung um. Dabei wären an sich die Rahmenbedingungen günstig: Der Markt für Bioprodukte ist 2025 gewachsen. Der Jahresumsatz mit Bioprodukten ist nach den Schätzungen verschiedener Forschungsinstitute um acht bis zehn Prozent gestiegen auf über 18 Milliarden Euro.

Die Bio-Märkte stabilisieren sich weiterhin, gleichzeitig stagnieren im Großen und Ganzen die Bio-Ackerbauflächen in Bayern, Deutschland, aber auch europaweit. In Bayern können nach Einschätzung der Vermarktungsgesellschaft Bio-Bauern mbH (eine Erzeugergemeinschaft bayerischer Bioland-Betriebe) nahezu alle Kulturen „zur Ernte 2026 voraussichtlich wieder gut vermarktet werden und würden auch bei einer leichten Ausdehnung des Anbaus nicht unter Druck kommen.“

Allein Hafer und Dinkel seien etwas risikobehafteter. Die Aussagen beziehen sich auf anerkannte Bioware, gesät und geerntet nach der erforderlichen Umstellungszeit von 24 Monaten. Wer die Ackerflächen z. B. zum 1.7.2026 umstellt, erntet von den ab 1.7.2028 gesäten Beständen anerkannte Bioware.

In Bayern haben aufgrund der Weidepflicht für Rinder nach Angaben des Ministeriums 316 Betriebe die Kulap-Ökoförderung gekündigt oder keinen Folgeantrag mehr gestellt. Ihre erzeugte Bio-Milchmenge fehlt den Molkereien, neue Lieferanten werden gesucht.

Doch auch diese müssen allen Milchkühen und auch dem Jungvieh ausreichend Weidezugang ermöglichen. Die fränkische Frühjahrstrockenheit kann hier zu einer Herausforderung werden und erhöht den Druck auf die Futterfläche. Das sollte unter anderem bei der Umstellung auf ökologische Wirtschaftsweise bedacht werden.

Der Preis für die Biomilch hat sich gut entwickelt. Der deutsche Durchschnitt liegt für Dezember 2025 bei 66,3 Cent pro Kilogramm, beginnend im Januar 2025 bei 62,1 Cent. Im Vergleich dazu startete der konventionelle Milchpreis im Januar mit 52,7 Cent pro Kilogramm und sank ab circa August kontinuierlich auf den Dezemberpreis von 43,3 Cent (vorläufig).

Beim Vergleich beider Preiskurven vor allem über die Jahre 2014 bis 2024 hinweg fällt auf, dass der konventionelle Milchpreis zeitweise deutlich stärkeren Schwankungen unterlag.
Auf der anderen Seite des hohen Bio-Milchpreises stehen die Erzeugungskosten. Eine hohe Leistung aus hochwertigem Grundfutter hilft, Kraftfutter oder Zukaufsfutter einzusparen.

Fazit

Gute Voraussetzungen sprechen derzeit für eine Umstellung auf Ökolandbau. Sie muss aber zum Betrieb und seinen Gegebenheiten sowie zur Einstellung der Beteiligten passen. Auf jeden Fall sollte sie gut überlegt und durchdacht sein. Hilfestellung dazu gibt die Umstellungsberatung am Amt.

Ansprechpartnerin

Elisabeth Remlein
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