Feldraine erhalten heißt Leben retten
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Feldraine durchziehen die Landschaft seit Jahrhunderten. Sie markieren Feldstücksgrenzen und lieferten in früherer Zeit auf kleinsten Flächen zusätzliches Futter. Heute sind sie für manche Landwirte lästig, weil man fürchtet, dass von dort aus unerwünschte Unkräuter und Ungräser auf die Felder gelangen.
Dabei sind Feldraine wichtige Strukturen im Biotopverbund. Sie stellen Rückzugsräume dar für Arten, die ihren Verbreitungsschwerpunkt oft in anderen Lebensräumen haben oder auf ein Mosaik unterschiedlicher Biotoptypen angewiesen sind.
Bei einer gewissen Breite und Strukturvielfalt bieten sie Hunderten von Tier- und Pflanzenarten Lebensraum.
So braucht das Rebhuhn, Vogel des Jahres 2026, ein kleinflächiges Mosaik aus offenen, grasreichen Flächen mit guten Versteckmöglichkeiten. Blütenreiche Feldraine sind als Brutplatz, Nahrungsquelle und Versteckmöglichkeit ein unverzichtbarer Bestandteil dieses Mosaiks. Ganz nebenbei schützen Feldraine angrenzende Ackerflächen vor Bodenabtrag durch Wind und Wasser.
Wenn Landwirte und Landwirtinnen die folgenden Punkte beachten, können sie ohne Verzicht auf produktive Acker- oder Grünlandflächen etwas für die Artenvielfalt tun:
- bitte die volle Breite von Feldrainen erhalten und Feldstücksgrenzen respektieren, z. B. bei der Bodenbearbeitung
- Eintrag von Pflanzenschutz- und Düngemitteln unbedingt verhindern
- ideale Pflege: mähen statt mulchen mit Abfuhr des Mähguts
- Pflegehäufigkeit nach Standort und Aufwuchs: Verkehrssicherungsaspekte haben Vorrang; Problempflanzen (z. B. Trespenarten, Kreuzkraut) nicht zur Samenreife kommen lassen; erwünschte oder seltene Arten sollten abreifen dürfen
- abschnittsweise pflegen, sodass immer Rückzugsmöglichkeiten in der Nähe sowie Pollen- und Nektarquellen gesichert sind; gegenüberliegende Feldraine zeitlich versetzt mähen/mulchen; Teilflächen, die über Winter stehenbleiben dürfen, sind besonders wertvoll

