So kann es gelingen
Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren

Den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren ist das erklärte Ziel der Bayerischen Staatsregierung und auch der Bundesregierung. Ein aktueller Vorschlag der Europäischen Kommission zielt in die gleiche Richtung. Demnach soll bis 2030 der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln europaweit halbiert werden.

Verschiedene Möglichkeiten hierzu zeigt ein Demonstrationsversuch des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Roth-Weißenburg i.Bay. zu Alternativen der Unkrautregulierung im Maisanbau auf dem Betrieb Kaspar in Happurg.

Dort sind neben einer rein chemischen Variante auch eine Herbizidvariante mit reduzierter Aufwandmenge kombiniert mit einer mechanischen Variante sowie verschiedene rein mechanische Varianten zum Einsatz gekommen. Die Vorstellung des Versuches durch Fachberater Ludwig Prey vom Amt für Landwirtschaft Ende Juni 2022 stieß auf großes Interesse. Die Teilnehmer der Führung konnten sich davon überzeugen, dass sowohl mit der kombinierten Variante mit verringertem Einsatz von Pflanzenschutzmittel als auch mit Varianten mit dem Einsatz von Striegel und Hackgeräten eine gute Unkrautregulierung ohne Ertragseinbußen möglich ist. Lediglich beim ausschließlichen Einsatz von Unkrautstriegeln musste im Versuch eine verringerte Wirksamkeit in Kauf genommen werden.
Witterung entscheidend für Erfolg
Die rege Diskussion der Teilnehmer zeigte deutlich, dass viele Landwirte offen sind, hier neue Wege zu beschreiten. In der Diskussion wurde auch deutlich, dass bei trockener Witterung und damit günstigen Bedingungen für die mechanische Unkrautregulierung eine alleinige Regulierung mit dem Unkrautstriegel möglich sein sollte, wenn die Einsätze zum optimalen Termin erfolgen können. Dieter Proff, Pflanzenschutzfachmann vom AELF Ansbach, betonte aber auch, dass die Chemie nicht eins zu eins durch die Mechanik ersetzt werden sollte, sondern weitere Faktoren wie Saatzeit und Fruchtfolge hier berücksichtigt werden müssten.
Versuchsfeld weiter in Eigenregie zu besichtigen
Der gut ausgeschilderte Versuch liegt in Happurg am Parkplatz Baggersee und ist über die B14 – Ausfahrt Happurg zu erreichen. Laut Ludwig Prey kann der Versuch jederzeit besichtigt werden, um sich ein Bild von den Möglichkeiten einer effektiven mechanischen Unkrautregulierung im Maisanbau zu machen. Er empfiehlt den Landwirten dies insbesondere vor dem Hintergrund der anstehenden Agrarreform. Die dann geltenden Ökoregelungen begünstigen die mechanische Unkrautregulierung. Damit dürfte diese dann künftig vielfach günstiger sein als chemische Verfahren.