Initiative Zukunftswald - Waldumbauprojekte
Waldumbau ohne Zaun - gemeinsam geht es für alle leichter

Mit Fortschreiten der klimatischen Veränderungen werden die Nachteile von Reinbeständen im Wald immer deutlicher

Hohe Schäden durch Sturm, Insekten und sonstige Schadorganismen treten häufiger auf. Um den Wald klimastabil zu machen, braucht es einen Mischwald. Doch dieser muss meistens aufwändig künstlich eingebracht werden. Gerade die fränkische Realteilung mit ihren kleinen Strukturen macht den Waldumbau nicht gerade leichter. Deshalb finden wir: zusammenhelfen! Und so wurde bereits 2011 der erste Zukunftswald in unserem Amtsgebiet begründet.

Grundidee unserer Waldumbauprojekten

Gemeinsam anpacken – Waldumbau als Gemeinschaftsaktion

Grafik, die die Betroffenen im Projekt zeigt Zoombild vorhanden

Alle müssen mit anpacken, dann gelingt es!

Wenn alle Betroffenen zusammen arbeiten, geht alles leichter. So sind bei den Waldumbauprojekten die Waldbesitzer, die Jäger, die Forstbetriebsgemeinschaft und die Forstverwaltung gemeinsam beteiligt und sichern dadurch den Erfolg des Umbaus.

Flächenwirkung

Erfolgreich mit Buche unterpflanzter Kiefernreinbestand.Zoombild vorhanden

Erfolgreich mit Buche unterpflanzter Kiefernreinbestand.

Waldbesitzer arbeiten gleichzeitig auf möglichst großer und zusammenhängender Fläche, denn dadurch verringern sich der Aufwand und die Kosten für den Einzelnen. Durchforstungen und Pflanzungen können effizienter und somit günstiger durchgeführt werden. Auch die Pflanzung von großen Flächen mit der verbisstoleranteren Buche – neben Gruppen geschützter Mischbaumarten - ermöglicht den Verzicht auf den Zaun - ein entscheidender Kostenfaktor. Dabei bleibt aber immer jeder Waldbesitzer selbst verantwortlich für seinen Wald und entscheidet, ob und wie er an einem Projekt teilnimmt.

Starke Partner

Waldarbeit ist gefährlich. Gut wenn das Arbeiten die Profis übernehmen!Zoombild vorhanden

Waldarbeit ist gefährlich. Gut wenn das Arbeiten die Profis übernehmen!

Als gut strukturiertes Projekt läuft das ganze Unterfangen geordnet ab und erleichtert so allen Beteiligten das Arbeiten. Die Forstverwaltung agiert hierbei als Koordinator. Die Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern, wie zum Beispiel den beiden Forstbetriebsgemeinschaften in unserem Amtsbereich sowie anderen forstlichen Dienstleistern macht es für die Waldbesitzer sehr einfach, die praktischen Arbeiten umzusetzen. Nicht zuletzt geht es nicht ohne die Unterstützung der Jäger, die mit einer Schwerpunktbejagung sicherstellen, dass das Projekt von Erfolg gekrönt ist.

Unsere Zukunftswälder im Amtsbereich

Unsere Waldumbauprojekte im Amtsgebiet

Zukunftswald Rohr

Junge Buche im Wald

Waldumbau ohne Zaun? Das soll funktionieren? Aber Ja! Unser erfolgreiches Zukunftswaldprojekt „Rohr“ ist der Beweis. Durch das gemeinsame Anpacken von Waldbesitzern, Jägern, Forstbetriebsgemeinschaft und Forstverwaltung konnten insgesamt 60 Hektar reine Kiefernwälder im ersten Schritt des Waldumbaus mit Rotbuche ohne Zaun unterpflanzt werden.  

2011: Das bislang größte Umbauprojekt Bayerns: Der Zukunftswald Rohr

Kronmühle - Schatzinseln im Buchenmeer

Blick auf eine Forstkultur mit Tonkinstäben und Wuchshüllen

Im Gemeinschaftsprojekt Kronmühle wurde auf großer Fläche Rotbuche ohne Zaun gepflanzt. Dieses „Buchenmeer“ wird mit wertvollen Baumarten wie z. B. Elsbeere, Walnuss und Esskastanie zum Teil in Form von „Nelderkreisen“ aufgewertet. Ein wahrer Goldschatz. 

2017: Kronmühle - Schatzinseln im Buchenmeer

Der Zukunftswald zwischen Büchenbach und Walpersdorf nimmt Formen an

Walpersdorf

Die anhaltend trockene und warme Witterung der letzten Wochen und Monate bringt nicht nur die Pflanzen auf den Feldern, sondern auch unsere Wälder zunehmend an ihre Grenzen. Vielerorts stechen schon absterbende Kiefern ins Auge. Bereits Ende April informierte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Roth daher interessierte Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer in Büchenbach über die Chancen des rechtzeitigen Waldumbaus. 

2018: Der Zukunftswald zwischen Büchenbach und Walpersdorf

Weitere Waldumbauprojekte

Hennenberg 2014: Erfolge über Jagdreviergrenzen hinweg

Buchenpflanzung Zoombild vorhanden

Foto: Benjamin Bußmann

Entstanden aus den gemeinsamen Begängen zur Revierweisen Aussage des Forstlichen Gutachtens entschlossen sich Waldbesitzer aus den drei Jagdrevieren, die im Hennenberg zusammentreffen, zum gemeinsamen Handeln: auf insg. ca. 100 ha Waldfläche wurden rund 40 ha mit Rotbuche unterpflanzt.

Schattenlohe 2014: Der Stiftungswald als Vorreiter

Im ca. 75 ha großen Gebiet Schattenlohe besitzt die Hospitalstiftung Schwabach ca. 38 ha Wald. Die dort über mehrere Jahre geplanten Umbauvorhaben wurden zeitlich zusammengezogen und angrenzende Waldbesitzer zum Mitmachen eingeladen. Es wurden so 30 ha Kiefernwald mit im Wesentlichen Rotbuche unterpflanzt. Auf größeren Teilen davon hatte sich bereits vorgewachsene Eiche aus Hähersaat etabliert, die nun ebenfalls von den Maßnahmen profitiert.

Rohrer Holz 2016: Waldbesitzer initiieren ein Projekt

Buchenpflanzung unter alten KiefernZoombild vorhanden

Foto: Benjamin Bußmann

Das Besondere des Zukunftswald-Projektes Rohrer Holz ist seine Entstehungsgeschichte: Einem Waldbesitzer, der bereits mit eigenen Flächen im ersten Projektgebiet beteiligt war, gelang es, Waldnachbarn zu motivieren, hier ähnlich vorzugehen. Nachdem ein Grundstock an Umbau-Flächen hierdurch bereits gegeben war, konnten noch weitere Waldbesitzer überzeugt werden. Auf rd. 90 ha wurden so ca. 30 ha gepflanzt.

Brünst-Fronholz 2018: Waldumbau neben der städtischen Eigenjagd

Ähnlich wie in der Schattenlohe konnte auch im Gebiet Brünst-Fronholz an das Vorgehen eines großen Waldbesitzers – hier der Stadt Schwabach – angeschlossen werden. Die Erfolge im Stadtwald sind bereits deutlich sichtbar und erleichtern den „Export“ in Nachbarflächen. Im Privatwald wurden es ca. 10 ha Umbaufläche, zusammen mit den Flächen der Stadt Schwabach sind es ca. 35 ha.

Prünster Weg 2018: Positive Vorerfahrungen machen Erfolge einfacher

Wie im Rohrer Holz kam auch am Prünster Weg der Anstoß nicht von der Forstverwaltung: Auf Initiative des Jagdpächters, der dort 3 ha Wald erwerben konnte und umbauen wollte, fanden sich weitere Waldnachbarn auf insg. 20 ha zum gemeinsamen Handeln zusammen. Auch die unmittelbar angrenzende Nachbarjagd (in der fast alle beteiligten Waldbesitzer ebenfalls Jagdgenossen sind) konnte zum Schwerpunktabschuss überzeugt werden.

Albersreuth-Günzersreuth 2019: Export des Erfolgmodells in die Nachbargemeinde

Junge, gepflanzte Bäume unter alten KiefernZoombild vorhanden

Foto: Benjamin Bußmann

Erfolgsnachrichten sprechen sich rum – das ist die Basis des Zukunftswaldes westlich von Albers- und Günzersreuth: drei engagierte Waldbesitzer hatten bereits seit einigen Jahren Kontakt zum Revierförster, um in diese Richtung gemeinsam zu arbeiten. Die dörfliche Kommunikation tat ihr Übriges und so konnte 2018 der Zukunftswald Albersreuth-Günzersreuth auf den Weg gebracht werden. Der fortschreitende Klimawandel und die Trockenjahre ließen verstärkt weitere Baumarten in den Fokus rücken. Neben der Buche wurde hier beispielsweise Eiche und Esskastanie in Gruppen mit gepflanzt. Auf insg. 175 ha Projektfläche wurden 40 ha Buchen gepflanzt, die mit 120 Mischbaumarten-Gruppen angereichert sind.

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